Mission Impossible als PDF-Download Mission Impossible - Polaroid ist tot? Nicht ganz. In Holland bastelt der Wiener Biologe Florian Kaps an der Wiederauferstehung des Sofortbildfilms. Im Kino wollen das entweder Schurken oder Supermänner: Das Unmögliche probieren. Doch der Mann, der im holländischen Enschede das nicht Machbare versucht, ist weder Gauner noch ein Muskelprotz. Mit braunem Zopf, grünem Halstuch und nüchternem Wesen wäre er eher was für die Rolle des etwas abgedrehten Wissenschaftlers. - Der schlaksige Wiener war tatsächlich früher Biologe. Er hat – kaum zu glauben – über Spinnen promoviert und für den Österreichischen Rundfunk einen Wissenschaftskalender ins weltweite Netz gestellt. Dann, im Jahr 2001, nahm das Leben von Dr. Kaps, der seine Mails noch heute gern mit Doc signiert, einen Schlenker, der aus dem Nebendarsteller einen Protagonisten machte. Doch der Reihe nach. - Florian Kaps steht im PolaPremium, seinem Wiener Geschäft. Während er einen Stapel Polaroids sortiert, berichtet er von New-Economy-Zeiten. „Damals merkte ich: Als Web Project Manager kann ich mehr machen als als Biologe.“ Also ließ er sich von der Lomographischen Gesellschaft Wien für Internetprojekte engagieren. Und wie er sich so in die Thematik der analogen Schnappschussfotografie einarbeitete, „stieß ich auf Polaroids“.  Das Nischenprodukt mit dem charakteristischen weißen Rahmen, in der Szene liebevoll Polas genannt, faszinierte ihn. So sehr, dass er sich 2005 mit einem Laden hinter dem Wiener Museums- quartier selbstständig machte. „Ich bin der Verkäufertyp“, entdeckte er. „Und mit Polaroidprodukten ist es wie bei einer guten Bergbauernsalami. Da macht es auch Spaß, sie zu verkaufen. Hunderttausende Sofortbildfilme hat Florian Kaps seitdem vertickt (und rund zwei Millionen Euro Umsatz im Jahr gemacht), den Großteil davon übers Web. Polafans sitzen in der ganzen Welt. Sie gieren nach dem legendären Filmmaterial, das zusehends knapper wird. Denn 2004 hat Polaroid beschlossen, die Produktion auslaufen zu lassen. Dann, ausgerechnet zum 60. Geburtstag des Sofortbildes, schloss die US-Firma 2008 ihr letztes Werk im niederländischen Enschede, 60 Kilometer vom westfälischen Münster entfernt. 90 Prozent der Umsätze machte Polaroid da schon auf anderen Gebieten, in der Medizintechnik beispielsweise. „Sie haben einfach nicht das Potenzial des Sofortbilds gesehen“, regt sich Kaps noch immer auf.
Fast ein Jahr lang hatte er da schon versucht, die Maschinen des Fossils zu kaufen. „Bei der Schließungsfeier kam es dann zu einer Verkettung glücklicher Zufälle“, freut sich Kaps noch immer. „Ich traf André Bosman, den Produktionsleiter in Enschede. Der berichtete, das Werk solle doch nicht abgerissen werden – wegen der Finanzkrise habe der neue Inhaber seine Baupläne gecancelt.“ Fast ad hoc entstand der Plan für Impossible Project B.V.: Mit einer Gruppe privater Investoren kaufte Kaps die Maschinen, ein niedriger einstelliger Millionenbetrag finanzierte das Projekt im ersten Jahr. Inzwischen musste frisches Geld her, der derzeitige Stand liege bei 2,2 Millionen Euro, eine weitere Million sei noch offen. „Wir haben derzeit 13 Investoren“, berichtet Kaps. Und erzählt von seiner Frau, mit der er drei Kinder zwischen fünf und elf Jahren hat: „Sie spürt wie jeder die Faszination des Produkts.
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Mareike Müller, freie Journalistin in Wien





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